ICL (Implantierbare Kontaktlinsen) / Phake Linsen
Phake Linsen • Brillenfreiheit • ambulante Operationen
Die Implantation einer ICL (Implantable Collamer Lens) ist die Premium-Alternative zum Augenlaser. Bei diesem reversiblen Eingriff wird eine hauchdünne, zusätzliche Kunstlinse (phake IOL) vor Ihre natürliche Linse in das Auge gesetzt. Diese Methode eignet sich besonders für Patienten mit extrem hohen Fehlsichtigkeiten, sehr dünner Hornhaut oder trockenen Augen, bei denen eine LASIK nicht möglich oder nicht sinnvoll ist.
Eingriff
Ambulant (Rückkehr nach Hause am selben Tag)
Dauer der OP
ca. 10 bis 15 Minuten pro Auge
Besonderheit
100% Reversibel (die Linse kann bei Bedarf jederzeit wieder entfernt werden)
Anästhesie
chmerzfrei durch lokale Tropfanästhesie
Präzise präoperative Diagnostik: Sicherheit im Mikrometerbereich
Da die ICL zusätzlich zu Ihrer körpereigenen Linse in das Auge implantiert wird, muss der exakte Platzbedarf im Auge zuvor fehlerfrei berechnet werden. Unsere apparative moderne Diagnostik liefert uns die dafür notwendigen, hochpräzisen anatomischen Daten.
- Vorderkammer-OCT: Eine hochauflösende Messung der Augenvorderkammer. Wir prüfen, ob zwischen Ihrer Iris und Ihrer natürlichen Linse ausreichend anatomischer Raum für die ICL vorhanden ist.
- Endothelzellmikroskopie: Eine essenzielle Sicherheitsmessung der innersten Hornhautschicht, um sicherzustellen, dass Ihr Auge für die Implantation geeignet ist.
- Hornhauttopografie & Biometrie: Millimetergenaue Vermessung der Augenlänge und Hornhautkrümmung zur perfekten Stärkenberechnung der zu implantierenden phaken Linse.
Auswertung und individuelle Anpassung
Die anatomische Evaluation: Wir werten Ihre Messdaten streng medizinisch aus. Im Gegensatz zum Augenlasern (wo Hornhaut abgetragen wird) bleibt das Auge bei der ICL-Implantation völlig intakt. Dies macht das Verfahren ideal, wenn Ihre diagnostischen Daten eine zu dünne Hornhaut aufweisen. Zudem verschlechtert die ICL den Tränenfilm nicht – ein enormer medizinischer Vorteil für Patienten, die unter chronisch trockenen Augen leiden.
Ihre persönlichen Wünsche: Die ICL bietet herausragende Kontrastschärfe, oft sogar besser als mit Brille oder Kontaktlinse. Wir besprechen mit Ihnen Ihren Alltag: Arbeiten Sie in klimatisierten Räumen (Trockenheitsrisiko)? Betreiben Sie Extremsport? Haben Sie extrem hohe Dioptrienwerte (bis zu -18 oder +10 Dioptrien)? Basierend auf Ihren Sehanforderungen und den anatomischen Gegebenheiten wählen wir das perfekte Linsendesign für Sie aus.
Die Wahl der optimalen phaken Kunstlinse
Die ICL (z. B. EVO Visian ICL) besteht aus Collamer, einem hochgradig biokompatiblen Material, das vom Körper nicht als Fremdkörper abgestoßen wird und einen integrierten UV-Filter besitzt. Je nach Diagnose wählen wir folgende Linsendesigns:
Sphärische ICL (Standard)
Funktion: Korrigiert reine Kurzsichtigkeit (Myopie) oder Weitsichtigkeit (Hyperopie) in extremen Dioptrienbereichen, die mit einem Laser nicht mehr sicher behandelbar sind.
Alltag: Ermöglicht hochauflösendes, brillantes Sehen in der Ferne für Patienten unter 45 Jahren.
Torische ICL
Funktion: Diese Speziallinse gleicht zusätzlich zur Kurz- oder Weitsichtigkeit eine bestehende Hornhautverkrümmung (Astigmatismus) aus.
Alltag: Die torische Linse wird während der OP exakt auf die Achse Ihrer Verkrümmung gedreht und sorgt so für ein absolut verzerrungsfreies und scharfes Bild.
Presbyopische ICL (z.B. EVO Viva)
Funktion: Eine neuere Technologie der phaken Linsen, die neben der Fehlsichtigkeit in der Ferne auch die beginnende Alterssichtigkeit (Presbyopie) korrigiert, indem sie die Tiefenschärfe erweitert (EDOF-Prinzip).
Alltag: Geeignet für Patienten ab ca. 45 Jahren, die sich nicht von ihrer gesunden natürlichen Linse trennen möchten (wie beim refraktiven Linsenaustausch), aber dennoch weitgehend auf eine Lesebrille verzichten wollen.
Ablauf der Operation
- Betäubung & Vorbereitung: Das Auge wird mit speziellen Tropfen schmerzfrei betäubt. Die Pupille wird im Vorfeld durch Tropfen weit gestellt.
- Implantation (Minimalinvasiv): Über einen winzigen, nur ca. 3 Millimeter kleinen Zugang am Rand der Hornhaut wird die gefaltete ICL in das Auge injiziert.
- Entfaltung & Positionierung: Die Linse entfaltet sich sanft im Auge und wird von unseren Chirurgen präzise in die sogenannte Hinterkammer – den unsichtbaren Raum zwischen Ihrer Regenbogenhaut (Iris) und Ihrer natürlichen Linse – geschoben. Der Zugang verschließt sich von selbst; Nähte sind nicht erforderlich.